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Die Vor- und Nachteile erneuerbarer Energien

Die Vor- und Nachteile erneuerbarer Energien

30.12.2020

Erneuerbare Energiequellen haben in den letzten Jahren in Deutschland enorm an Bedeutung gewonnen. Neben den, heute stark überwiegenden Vorteilen, gibt es nur wenige Nachteile, welche gegen die Stärkung der erneuerbaren Energien sprechen.

Vor- und Nachteile erneuerbarer Energien auf einen Blick

VorteileNachteile
Unbegrenzte Verfügbarkeit von Sonne und WindAnfangs kostspielige Investitionen notwendig
Weltweite Verfügbarkeit der RessourcenProduzierte Leistung weniger verlässlich durch Schwankungen
Verringerte Abhängigkeit von anderen Ländern als EnergielieferantenBisher: schwer speicherbar und transportierbar
Entstehende Emissionen sehr gering
Wenig Gefahrpotential für Mensch und Umwelt
Einsparung von Transportkosten durch lokale Energieerzeugung
Stärkung der lokalen Wirtschaftskraft durch entstehende Anlagen

Vorteile von erneuerbaren Energien

Die Vorteile der erneuerbaren Energien sind zahlreich. Der Hauptaspekt ist allerdings die Dringlichkeit Treibhausgase zu reduzieren und so den Klimawandel deutlich zu verlangsamen.

Erneuerbare Energien verursachen im Vergleich zu Öl oder Kohle kaum Emissionen. Zudem sind diese Energiequellen, wie Sonne und Wind, unbegrenzt verfügbar und damit nicht knapp wie beispielsweise fossile Brennstoffe.Weiterhin sind die Energiequellen weltweit verfügbar, was die Abhängigkeiten von bestimmten Staaten begrenzt und so die Stromversorgung für ein Land sichert.

Wenn Energie lokal erzeugt wird, können zudem Transportkosten eingespart werden. Lokale Anlagen stärken außerdem die regionale Wirtschaftskraft, indem Jobs geschaffen werden.

Auch die enorme Gefahr, welche beispielsweise Kernkraftwerken innewohnt, ist bei erneuerbaren Energiequellen marginal.

Nachteile von erneuerbaren Energien

Der hauptsächliche Nachteil sind die enormen Investitionen, die nötig sind, um die Energiewende zu realisieren.

Zunächst war Ökostrom auch noch bedeutend teurer als regulärer Strom. Inzwischen hat sich das allerdings geändert und der umweltfreundliche Strom ist inzwischen sogar günstiger als sogenannter grauer Strom.

Ein weiteres Problem bestand lange Zeit in der Speicherung der Energie aus erneuerbaren Quellen. Daher war der grüne Strom weniger verlässlich und die Stromverfügbarkeit stark abhängig von der aktuellen Wetterlage. Diese Schwankungen sind ein starker Nachteil von erneuerbaren Energien. Inzwischen hat die Wissenschaft in diesem Zusammenhang viel geforscht, um den Strom speicherbarer und verlässlicher zu machen.

Was ist erneuerbare Energie? Eine Definition

Unter erneuerbare Energiequellen fasst man Energiequellen, welche, zumindest aus menschlicher Perspektive, unendlich verfügbar sind. Darunter zählt man neben Windkraft und Solarenergie auch Erdwärme, Wasserkraft, sowie Biomasse und Biogas.

Die Arten erneuerbarer Energie

In den letzten Jahren ist der Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtenergieverbrauch stetig gestiegen. Das liegt auch daran, dass die Investitionen in diese Energiequellen vom deutschen Staat unterstützt worden sind. Strom, der zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen stammt, bezeichnet man auch als Ökostrom.

  • Sonnenlicht / Sonnenwärme
  • Wasserkraft
  • Windkraft
  • Erdwärme
  • Biomasse / Biogas

Die Energiewende mit erneuerbarer Energie

Den sichtbare Umschwung zu erneuerbaren Energiequellen nennt man auch Energiewende. Die Energiewende muss vonstatten gehen, um die Treibhausgase der Energieverbrennung deutlich zu reduzieren und dadurch den Klimawandel und seine Folgen für Umwelt und Mensch eingrenzen zu können.

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Was ist die beste Quelle für erneuerbare Energie?

Welche Form die beste Energiequelle für ein Land ist, hängt stark von den geographischen Gegebenheiten eines Landes ab. In Deutschland zählt aktuell Windkraft zu der wichtigsten erneuerbaren Energiequelle. In Zukunft soll jedoch verstärkt auf Solarenergie gesetzt werden.

Im Jahr 2019 entstammten laut dem Umweltbundesamt 41,7% der erneuerbaren Energien von Windenergie an Land und 10,2% von Windenergie auf See. Photovoltaik kam im Vergleich dazu auf 19,1%, während Biomasse 20,6% ausgemacht hat. Wasserkraft steht mit 8,3% an letzter Stelle in Deutschland wie das Umweltbundesamt mitteilt.

Vor allem in Bezug auf die Solarenergie besteht viel Potenzial zum Wachstum. Aktuell ist es möglich 24% der Solarenergie in Strom umzuwandeln. Es gibt allerdings bereits erfolgreiche Versuche des Fraunhofer Instituts, bei welchem sogar eine Umwandlung von rund 44% gelungen ist. Damit gibt es bei den erneuerbaren Energien noch viel Steigerungspotenzial.

Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2020 hat die Nutzung nachhaltiger Energie erneut ein Hoch erreicht. In diesem Jahr entstammten laut Aussagen des BMWI 46% des verbrauchten Stroms den erneuerbaren Energien. Das liegt auch daran, dass das Jahr 2020 besonders günstige Wetterverhältnisse für die Produktion von Strom aus Windkraft mit sich gebracht hat.

Das zunächst festgelegte Ziel der Bundesregierung für den Anteil an erneuerbaren Energien lag bei 40–45% bis 2025. Da dieses Ziel bereits erreicht worden ist, wurde eine neue Vorgabe von 65% Ökostrom für das Jahr 2030 festgesetzt.

Aktuell liegt Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz 3 der Ökostrom-Produzenten.

“Von einer Nischensparte zum Hauptträger der Energieversorgung in Deutschland.” - Peter Altmaier

Die weltweit größten Produzenten von erneuerbarer Energie

Diese Länder sind die weltweit größten Produzenten von Ökostrom (in absteigender Reihenfolge)

  1. China
  2. USA
  3. Deutschland
  4. Indien
  5. Japan
  6. England
  7. Brasilien
  8. Spanien
  9. Italien

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

In Deutschland werden erneuerbare Energien staatlich gefördert. Hierzu gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, welches die Politik im Jahr 2000 verabschiedet hat. Ziel des Gesetz ist es die Energiewende in Deutschland voranzutreiben und so Umwelt und Klima zu schützen.

EEG Reform von 2021

Nachdem es bereits mehrere Reformen zum EEG gegeben hat, tritt auch am 1. Januar 2021 eine neue Novelle in Kraft, welche der Bundestag verabschiedet hat. Die beschlossene Novelle soll die Energiewende noch stärker voranbringen. Neu festgehalten ist, dass die Stromversorgung in Deutschland bis 2050 vollkommen treibhausgasneutral sein soll. Nach wie vor gilt das Ziel von 65% Erneuerbare Energie bis 2030. Das Ziel könnte unter Umständen in der Zukunft noch einmal höher gesetzt werden, da auch die europäische Union ihre Klimaziele weiter verschärfen möchte. Dies soll als Grundlage für die Ambitionen der Bundesrepublik gelten, laut Peter Altmaier.

Weiterhin definiert die Novelle, welche der grünen Energiequellen stärker ausgebaut werden sollen und in welchem Maß, um die Ziele erreichen zu können. Diese neuen Bestimmungen sollen der Energiebranche Planungssicherheit ermöglichen. Außerdem wurde eine Änderung an den Förderbedingungen vorgenommen. Vor allem Photovoltaik soll in Zukunft ausgebaut werden und bis 2030 mehr als verdoppelt werden. Dazu werden mehr Flächenbereiche verfügbar gemacht. Es wurden zum Beispiel auch die Konditionen für Mieterstrom verbessert, sodass die dezentrale Energieerzeugung attraktiver wird. Bei Großanlagen für Photovoltaik werden die Ausschreibungsbedingungen vereinfacht.

Für Windkraftanlagen, deren Höchstförderdauer nach 20 Jahren endet, hat die Politik Konditionen geschaffen, um Förderungen weiterzuführen. Damit wird sichergestellt, dass diese nicht aus dem Markt gedrängt werden.

Fazit

Wie du siehst sollen erneuerbare Energien in Zukunft einen Großteil unseres Stroms abdecken. Durch die kontinuierlich verbesserte Speicherfähigkeit wird die Stromquelle auch zunehmend zuverlässiger. Das Abwägen zwischen Vor- und Nachteilen fällt in dieser Hinsicht leicht aus. Ein großer Anteil an Investitionen in Ökostrom ist bereits erfolgt. Weitere Investitionen werden folgen müssen, doch inzwischen hat sich Ökostrom als Energiequelle der Zukunft durchgesetzt.