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Energiebewusst im Familienalltag

Energiebewusst im Familienalltag

21.12.2020

Das Energiesparen als Familie kann schwierig sein. Deshalb haben wir für dich vier Familienblogger nach ihren persönlichen Erfahrungen und Tipps zum Thema Energiebewusstsein im Familienalltag gefragt.

Machen wir uns nichts vor. Bei vielen Familien steigt mit der Anzahl der Kinder auch der Stromverbrauch. Da jede weitere Person im Haushalt zusätzliche Energie benötigt, ist das absolut nichts Ungewöhnliches. Mit einem Baby ziehen oft auch neue Geräte wie Babyphon, Nachtlicht oder Wärmelampe ins Haus ein. Die Waschmaschine läuft mehr, um die Wäscheberge zu bewältigen und Kochgeräte sind ebenfalls häufiger im Einsatz, um den Hunger der Kleinen zu sättigen. Der Stromverbrauch erhöht sich allerdings noch weiter, je älter die Kinder werden. Denn mit steigendem Alter nutzen diese irgendwann selbst Geräte wie Musikanlage, Spielekonsole und mehr.

Wie kann man Kindern das Energiesparen beibringen?

Auf den ersten Blick mag es schwierig wirken Kindern das Energiesparen bereits in jungem Alter beizubringen, da Strom wirklich ein sehr abstrakter Begriff ist. So sehen wir zwar, dass eine Lampe plötzlich leuchtet, doch woher der Strom kommt, dass Energie Geld kostet und diese danach aufgebraucht ist, sehen wir nicht direkt.

Es gibt jedoch Wege den Stromverbrauch mit anschaulichen Erklärungen für Kinder verständlicher zu machen. Dadurch sparst du am Ende des Jahres nicht nur Geld, sondern gewinnst mit deinem Nachwuchs vielleicht einen wertvollen “partner in crime” für die Energieeffizienz in deinem Zuhause hinzu. Indem du deine Kinder früh für das Thema Energiesparen sensibilisiert, machst du sie außerdem in ersten, kleinen Schritten darauf aufmerksam, wie man im Alltag auf die Umwelt achten kann.

Mehr Energiebewusstsein im Familienalltag

Wir haben 4 Familienblogger nach Tipps und Erfahrungen gefragt

Da wohl jede Familie sich früher oder später mit dem Thema gestiegene Stromrechnung konfrontiert sieht, haben wir vier Blogger nach ihren persönlichen Erfahrungen in der Familie gefragt. Sie haben uns wertvolle Tipps und Tricks verraten, welche dir deine Bemühungen, energiebewusster zu leben und den Kindern das Energiesparen zu erklären, in Zukunft hoffentlich erleichtern können.

Jani und Freddy von Gruenesfamilienleben

Auf dem Blog Gruenesfamilienleben bloggen Jani und Freddy gemeinsam über Minimalismus und Nachhaltigkeit im Familienleben. Neben Tipps zu mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag findest du auf diesem Blog auch glutenfreie & vegetarische Rezepte, Artikel über Reisen und Ausflüge, sowie Beiträge über das Kleingärtnern. Wir hatten die Gelegenheit uns mit Jani über das Energiesparen in der Familie zu unterhalten:

“Wir erklären, woher der Strom kommt, wie er entsteht, was für Ressourcen dabei benötigt werden und warum es wichtig ist, sparsam damit umzugehen.” (Jani)

Wie bringt Ihr Euren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Strom näher?

Am besten geht das bei uns über das Vorleben. Wir versuchen, gute Vorbilder zu sein und über die Themen, die uns wichtig sind, zu sprechen und in den Austausch zu gehen. Wir erklären, woher der Strom kommt, wie er entsteht, was für Ressourcen dabei benötigt werden und warum es wichtig ist, sparsam damit umzugehen. Dabei ist es wichtig, die Kinder und ihre Gedanken Ernst zunehmen und einen gemeinsamen Konsens zu finden.

Was ist Euer besonderer Top-Tipp zum Thema Energiesparen als Familie?

Unser Tipp ist: Nur Geräte anschaffen, die wirklich notwendig sind und sie nur dann einzuschalten, wenn man sie auch benötigt. Wir nutzen z. B. am Fernseher Steckdosen mit Schalter, die wir dann komplett ausschalten, wenn die Geräte nicht benötigt werden und achten bei Neuanschaffungen auf die Energieklasse.

War/Ist das Thema Strom sparen als Familie eine Herausforderung für Euch und warum?

Eigentlich gab es keine großen Herausforderungen. Aber als unser Trockner nach 20 Jahren kaputt ging, haben wir keinen neuen angeschafft. Die Umstellung, Wäsche nun anders zu trocknen, hat eine kurze Umgewöhnung und Planung bedurft, war aber nicht wirklich dramatisch.

Sabine von BineLovesLife

Sabine bloggt bereits seit September 2015 auf ihrem Blog BineLovesLife mit sehr viel positiver Energie über die Themen Mamisein, Beauty & Fashion, Lifestyle, Yoga, aber auch ihre zahlreichen Reisen. Die zweifache Mama aus Frankfurt am Main lässt ihre Leser an ihrer Liebe zum Leben in ihren Beiträgen teilhaben. Zudem hat sich Sabine auf ihrem Blog erst kürzlich mit Klimaschutz als Familie auseinandergesetzt.

“Da wir in der Nähe von einem Energiekraftwerk wohnen, dass sogar noch Kohle verbrennt, wissen wir wie schlecht es sein kann, Strom auf altmodische Weise zu produzieren.” - Sabine

Wie bringst Du Deinen Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Strom näher?

Meine Kinder sind noch „eher klein“ mit fast vier und sechs Jahren. Generell erinnern wir unsere Kinder regelmäßig daran das Licht im Zimmer auszumachen, wenn wir den Raum verlassen. Bei uns sind Hörspiele genauso beliebt Musik und die Anlage, über die wir das alles hören, können die Kinder zum Glück schon sehr gut alleine bedienen — auch hier wissen sie, dass nach der Benutzung die Geräte ausgeschaltet werden sollen. Da wir in der Nähe von einem Energiekraftwerk wohnen, dass sogar noch Kohle verbrennt — wir sehen hier sogar vom Fenster die Tanker, die mit der Kohle ankommen — wissen wir wie schlecht es sein kann, Strom auf altmodische Weise zu produzieren. Nicht umsonst sind unsere Wohnhäuser hier im Quartier Passivhäuser.

Was ist Dein besonderer Top-Tipp zum Thema Energiesparen als Familie?

Zwei Mal im Jahr tauen wir unseren Kühl- und Tiefkühlschrank ab. Die Kinder helfen dann immer mit. Dabei erklären wir jedes Mal, dass dieses Abtauen auch beim Energiesparen hilft und wir so mehr Geld für leckeres Essen ausgeben können.

War/Ist das Thema Strom sparen als Familie eine Herausforderung für Dich und warum?

Im Winter haben wir — wie viele Familien auch — schneller die Lampen an, da es früher dunkel wird. Auf Kerzen umzustellen mag erst gut erscheinen, doch diese müssen ja auch produziert werden. Wir reden uns nun ein, dass wir wenigstens fast überall auf LED umgestellt haben und so nicht ganz so viel Strom verbrauchen.

Isabelle von Dinkelmama

Auf ihrem Blog Dinkelmama schreibt Isabelle über Nachhaltigkeit im Familienleben. Sie teilt ihren Lesern wertvolle Erfahrungen und Tipps zum nachhaltigeren und plastikfreieren Leben mit und lässt uns an ihren zahlreichen Selbstmach-Projekten teilhaben. Dabei sind ihre DIY-Tipps immer schnell und einfach umzusetzen und so genau das Richtige für alle Mamas.

“Strom ist für uns allgegenwärtig und kein Luxus mehr. Daher finde ich, dass oftmals ein wenig das Bewusstsein dafür fehlt, wann Strom benötigt wird und wann wir ihn etwas verplempern.” - Isabelle

Wie bringst Du Deinen Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Strom näher?

Da meine Kinder gerade erst ein und drei Jahre sind, ist es natürlich noch schwierig, ihnen das Thema verständlich näher zu bringen. Ihnen das Energiesparen mit Bezug auf Nachhaltigkeit zu erklären war noch zu abstrakt. Zumindest haben mich vier große Kulleraugen angeschaut, nachdem ich meinen Vortrag beendet hatte Daher habe ich meiner älteren Tochter das so erklärt: Strom kostet Geld. Mama und Papa arbeiten, um den Strom für dein Licht, die Heizung, dein warmes Badewasser und deinen Tee bezahlen zu können. Wenn du sparsam bist und wenig Strom verbrauchst, dann können Mama und Papa auch weniger arbeiten und haben mehr Zeit, um mit dir zu spielen. Ob das erziehungstechnisch cool ist, weiß ich nicht. Sie hat es aber verstanden und achtet seitdem sehr darauf, immer das Licht auszuschalten – und sie hat großen Spaß daran, uns zu belehren, wenn wir es vergessen.

Was ist Dein besonderer Top-Tipp zum Thema Energiesparen als Familie?

Strom ist für uns allgegenwärtig und kein Luxus mehr. Daher finde ich, dass oftmals ein wenig das Bewusstsein dafür fehlt, wann Strom benötigt wird und wann wir ihn etwas verplempern. Mein Tipp ist daher: Mehr Achtsamkeit im Umgang mit Energie zu bekommen. Oft sind es die kleinen Dinge, die schon viel bewirken: Deckel auf den Topf beim Kochen, Mehrfachsteckdosen mit Schalter verwenden und abends ausschalten, auf LED umsteigen, Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt.

War/Ist das Thema Strom sparen als Familie eine Herausforderung für Dich und warum?

In unserer Familie prallen da zwei Typen aufeinander. Während ich das Sparen von Strom und Wasser seit meiner Kindheit kenne und das verinnerlicht habe, ist das bei meinem Mann und meiner großen Tochter noch nicht so sehr verinnerlicht. Da wird dann vor allem Wasser sehr gerne „verplantscht“ und auch die Steckdosenleisten nicht ausgeschaltet. Die Herausforderung besteht für mich darin, immer mal wieder daran zu erinnern und nicht zu oft zu meckern.

Sarah von Mamaskind

Sarah bloggt bereits seit 2010 auf ihrem Blog Mamaskind. Die dreifache Mama gibt dort Einblicke und vielfältige Tipps zu allen Bereichen des Familienlebens. Neben Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder, Tipps zu Gesundheit & Ernährung und vielem mehr, findest du dort auch Inspirationen für Mottoparties, Buchtipps und Produkttests.

“Ich finde es noch immer ziemlich schwer, zwischen Geräten zu entscheiden. Letztlich muss man herausfinden, was für die Familie am besten passt.” - Sarah

Wie bringt Ihr Euren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Strom näher?

Wir reden im Alltag über den Ressourcen-schonenden Umgang mit unseren Dingen. Dazu gehören auch Lebensmittel, Wasser und Strom. Nicht endlos lange duschen, nicht die Computer laufen lassen. Mit inzwischen drei Desktop-Computern, unseren Arbeits-Laptops, den Fernsehern und Spielekonsolen kommen hier schon eine Menge Stromverbraucher zusammen.Meinen Söhnen (6 & 10 Jahre alt) kann ich schon beibringen, dass man die Geräte nicht auf Dauer angeschaltet lässt. Strom kostet Geld. Ein vages Verständnis davon bekommt auch langsam meine Tochter (3).

Was ist Dein besonderer Top-Tipp zum Thema Energiesparen als Familie?

Den Top-Tipp habe ich nicht. Wir machen viele kleine Sachen. Als Familie achten wir darauf, dass Lampen sofort ausgeschaltet werden, wenn man den Raum verlässt. Das haben wir im Haus nun auch automatisiert. Zudem achten wir auf energiesparende Geräte, rechnen jedoch auch durch, wann sich ein Neugerät überhaupt lohnt. Ein gut funktionierendes Großgerät (Waschmaschine, Gefriertruhe usw.) auszutauschen, lohnt sich nicht unbedingt. Im Sommer lassen wir den Wäschetrockner aus, auch wenn es so schön bequem ist, die Wäsche in den Trockner zu stopfen. Außerdem nutzen wir einen Ökostromtarif und hoffen dadurch auch, unseren Beitrag für die Umwelt zu liefern. Als fünfköpfige Familie sind wir mit vielen kleinen Maßnahmen dennoch stets unter dem Durchschnittsverbrauch gleich großer Familien. Zum Vergleich: Unser Verbrauch beträgt 3600 kWh / Jahr. Allgemein wird von einem Verbrauch von 5200 kWh / Jahr ausgegangen (5 Personen, mit eigenem Haus, ohne elektrische Warmwasseraufbereitung).

War/Ist das Thema Strom sparen als Familie eine Herausforderung für Euch und warum?

Als wir als Studenten auszogen, achtete ich besonders auf unsere regelmäßigen Ausgaben. Mit den immer wachsenden Kindern blieb das Thema stets präsent. Als Großfamilie braucht man auch große Geräte, wobei große Geräte stets teurer sind. Wenn man dann noch auf die besseren Energieeffizienzklassen A++ etc. schaut, steigen die Preise nochmals. Die Herausforderung war immer, die Waage zwischen Energie sparen und Anschaffungspreis zu finden. Schließlich entschieden wir uns meist für die Mitte. Ich finde es noch immer ziemlich schwer, zwischen den Geräten zu entscheiden. Letztlich muss man herausfinden, was für die Familie am besten passt.

Die Tipps der Blogger zusammengefasst

  • Binde deine Kinder beim Energiesparen aktiv mit ein, indem du sie z.B. beim Abtauen des Gefrierschranks teilhaben lässt
  • Sei ein Vorbild, indem du den sparsamen Umgang mit Strom als Thema in den Alltag einbaust und erklärst, warum Strom sparen wichtig ist
  • Mache die Vorteile deutlich, wenn Mama und Papa Geld sparen können, da dann das Geld für andere tolle Dinge genutzt werden kann (Ausflüge, Essen, etc.)
  • Achte selbst darauf die klassischen Energiespartipps (Deckel beim Kochen, Licht ausschalten, LED nutzen, Steckerleisten) im Alltag zu berücksichtigen
  • Beachte bei der neuen Anschaffung von Geräten die Energieeffizienz und überlege dir welche Geräte du im Haushalt wirklich benötigst

Strom, Elektrizität und Elektrogeräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch wie die Tipps der vier Bloggerinnen zeigen, muss es nicht immer schwer sein, einen sparsamen Umgang mit Energie auch im Familienalltag zu verinnerlichen. Indem man Tag für Tag ein bisschen mehr darauf achtet, verbessert man die Energiebilanz der eigenen Familie bereits beträchtlich. Indem man Kinder durch anschauliches Erklären und durch das Aufzeigen der Vorteile aktiv mit einbindet, wird für diese der Begriff Energie gleich etwas weniger abstrakt.

Wir freuen uns auch über deine Erfahrungen und Tipps zum energiebewussten Familienalltag in den Kommentaren.

Cover Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Photo 1 by Jelleke Vanooteghem on Unsplash

Photo 2 by Nathan Dumlao on Unsplash

Photo 3 by Priscilla Du Preez on Unsplash

Photo 4 by Jani und Freddy von Gruenesfamilienleben